Halbwertszeit < Atom- und Kernphysik < Physik < Naturwiss. < Vorhilfe
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Hallo!
Ich habe eine Frage zu Nukliden, bei denen mehrere Zerfälle möglich sind, etwa
Po-212. Das kann wohl [mm] $\alpha$-Teilchen [/mm] entweder mit 8,78 oder 6,09 oder 6,05 MeV abgeben, wenn es zerfällt. Meine Frage dazu ist - gilt dann für alle drei Möglichkeiten totzdem die gleich Halbwertszeit (in der Nuklid mit 0,3 µs angegeben).
Diese Frage stelle ich mir erst bei einem Nuklid, dass sogar verschiedene Zerfallsarten machen kann, etwa Pa-230 hat eine Halbwertzeit von 17,4 Tagen aber sowohl alpha, als auch beta+ und und beta- Zerfall angegeben.
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(Antwort) fertig | | Datum: | 13:25 Fr 20.03.2026 | | Autor: | Infinit |
Hallo Riesenradfahrrad,
nachdem nun sich keiner in den letzten 8 Tagen zu Deinem Beitrag gemeldet hat, dachte ich mir, ich mache mal den Anfang mit ein paar Kommentaren zu Deiner Fragestellung. Ich muss allerdings vorausschicken, dass mein Wissen auf diesem Gebiet von der Physik aus Schule und Uni stammt; ich bin demzufolge kein Spezialist.
Ich kann Deine Frage zwar nachvollziehen, möchte aber darauf hinweisen, dass die Halbwertszeit eine statistische Größe ist, die aus recht unterschiedlichen Messungen berechnet werden kann. Die Messung des Verhaltens eines einzelnen Atoms ist nicht möglich. Ein Nuklidkern, der in der nächsten Stunde zerfallen wird, unterscheidet sich in keinster Weise von einem Kern, der noch (wenn das Material es hergibt) Tausende von Jahren unverändert weiter existieren wird.
Die unterschiedlichen Messverfahren werden zu Ergebnissen führen, die vom Typ des Verfahrens und vom Messaufbau abhängen werden. Mit Zählern lässt sich die Abnahme der Aktivität berechnen, bei einer genau bestimmten Menge einer Substanz lässt sich die Zerfallsrate berechnen und daraus wiederum die Halbwertszeit. Die Breite der Spektrallinien in der emittierten Strahlung gibt einen Hinweis auf die Umwandlung eines Nuklids und dann gibt es auch noch die klassische Methode mit Detektoren, die berühmte Nebelkammer ist eine dieser Methoden.
All diese Techniken werden rechnerisch (leicht) unterschiedliche Werte für die Halbwertszeit liefern, und so nutzt man dann für den einen Wert, den man in den klassischen Nuklidtabellen findet, wiederum eine Mittelung. Da in der Definition der Halbwertszeit nicht vorgegeben ist, welche Art von Zerfall denn stattfinden muss, bezieht man sich immer auf die Zeitspanne, nach der die Hälfte der ursprünglichen Größe (Menge, Aktivität) erreicht ist.
Das sind so meine grunsätzlichen Gedanken zu diesem Thema.
Ich lasse mal die Frage auf "Halbbeantwortet", was hoffentlich noch ein paar weitere Leser dazu anregt, sich zu diesem Thema zu äußern.
Viele Grüße,
Infinit
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(Antwort) fertig | | Datum: | 19:17 Mi 08.04.2026 | | Autor: | chrisno |
Für die verschiedenen Zerfallsarten kann man sogenannte partielle Halbwertszeiten angeben.
https://ap.physik.unibas.ch/PDF/Manuals/German/IIA8.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Zerfallskanal
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